Seit dem Inkrafttreten verschärfter Anforderungen der russischen Steuergesetzgebung zum Transfer Pricing (TP) ist ein Jahr vergangen (siehe Föderales Gesetz vom 27.11.2023 Nr. 539-FZ, Anordnung des FNS Russlands vom 02.12.2024 Nr. ЕД-7-13/1088@).
Worauf sollte man achten?
1. Die häufigsten Fehler beim Ausfüllen von Meldungen zu kontrollierten Geschäften:
- Geschäfte mit Ansässigen von Offshore-Jurisdiktionen über dem Schwellenwert von 120 Mio. RUB pro Jahr sind nicht in der Meldung enthalten (darauf weisen sogar territoriale Steuerbehörden hin; die Liste der Offshore-Zonen umfasst u. a. EU-Staaten, Südkorea, Japan usw.).
- „Codes der Preisbildungsmethoden“ sind nicht angegeben (dieser Fehler tritt auf, wenn im Feld „Code zur Bestimmung des Transaktionspreises“ keine „0“ gesetzt ist).
- Es wird ein falscher Code der Preisbildungsmethode angegeben (z. B. „5. Gewinnaufteilungsmethode“ oder „7. Unabhängige Marktbewertung“ bei Import- und Weiterverkaufsgeschäften mit Waren eines verbundenen Unternehmens in der RF).
- Es werden falsche Codes der Informationsquelle angegeben (z. B. „254. Daten von Informations- und Preisagenturen“, obwohl Methode 4 (vergleichbare Rentabilität) angewendet wird).
Solche Fehler oder die verspätete Einreichung der Meldung führen zu einem Bußgeld von 100.000 RUB (Art. 129.4 NK RF).
2. Die häufigsten Schwierigkeiten bei der Erstellung der TP-Dokumentation:
- Ein ausländischer verbundener Vertragspartner verweigert die Bereitstellung von „Angaben zu Einnahmen und Ausgaben, Mitarbeiterzahl, Gewinn- (Verlust-)summe, Wert der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte für den Berichtszeitraum, in dem das kontrollierte Geschäft durchgeführt wurde, mit Belegen einschließlich Finanzberichterstattung“ (Abs. 1 Art. 105.15 NK RF).
- Bei Geschäften mit unabhängigen Ansässigen von Offshore-Jurisdiktionen, die als kontrolliert anerkannt sind, ist die Wahl der Preisbildungsmethode für Steuerzwecke schwierig und Benchmarking aufwendig.
- Die Funktionsausübung durch den Vertragspartner ist nur nominal erklärt, während der FNS eine „dokumentarische Bestätigung“ verlangt (Rechnungen, Stellenplan, KYC-Datei usw.).
- Fehlerhafte Auswahl vergleichbarer Unternehmen bei der Berechnung des Marktintervalls: Unternehmen mit nicht vergleichbarem Funktionsprofil werden herangezogen (z. B. bei Import- und Distributionsgeschäften Unternehmen, die Waren nur in der RF einkaufen und keine Importfunktion ausüben).
Die Nichtvorlage der Dokumentation innerhalb der Frist führt zu einem Bußgeld von 500.000 RUB (Abs. 3 Art. 129.11 NK RF, Erläuterung des FNS).
3. Zusätzliches Risiko
Ein verbundener Vertragspartner schlägt vor, Dividenden durch konzerninterne Leistungen, Lizenzgebühren oder höhere Preise für importierte Waren zu „ersetzen“, um die monatliche Auszahlungsgrenze von 10 Mio. RUB zu umgehen. Dieser Ansatz führt zu erheblichen Zoll- und Steuerrisiken.
Wir beantworten gerne Ihre Fragen zu diesem Thema, unterstützen bei der rechtzeitigen Vorbereitung und Einreichung der Meldung zu kontrollierten Geschäften 2025, entwickeln oder aktualisieren ein vollständiges TP-Dokumentationspaket unter Berücksichtigung der aktuellsten Erläuterungen des FNS und beraten zu TP-Risiken mit Berechnung möglicher Nachforderungen, auch in Fremdsprachen.